Spenden-Empfänger
2025
- DRK-Ortsverein Bönnigheim
- Diakonischen Bezirksstelle Bietigheim
- Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen
- Familienzentrum der Caritas
- Kinderschutzbund Ludwigsburg
- Förderverein „Kusaida Afrika
- Klinikenclowns
- Evangelische Jugendhilfe Hochdorf
Die überwältigende Spendenbereitschaft der BZ-Leser und -Leserinnen ermöglicht es, sieben Organisationen aus dem Kreis Ludwigsburg Geld zur Verfügung zu stellen, um Menschen in Not zu helfen. Die Spendensumme 2025 beträgt 134.773,36 Euro.
Es ist bereits seit vielen Jahren zur liebgewordenen Tradition geworden, dass sich kurz vor Weihnachten Menschen verschiedener Einrichtungen aus dem Landkreis Ludwigsburg im Verlagshaus der Bietigheimer, Sachsenheimer und Bönnigheimer Zeitung versammeln. Der Grund dazu könnte nicht schöner sein: Es geht darum, denjenigen Menschen aus dem Landkreis etwas Gutes zu tun, die in Not geraten sind.
561 Einzelspenden gab es 2025
Die BZ-Aktion Menschen in Not findet bereits zum 49. Mal statt und auch in diesem Jahr zeigte sich erneut die überwältigende Spendenbereitschaft der Leserinnen und Leser der BZ. Insgesamt 561 Einzelspenden sind eingegangen, von Einzelpersonen, Familien, Unternehmen, Vereinen und anderen Gruppierungen aus dem gesamten Einzugsgebiet der BZ – und darüber hinaus. Insgesamt kam ein Spendenbetrag von 134.773,36 Euro zusammen. Dafür hat Manfred Gläser, Vorsitzender der BZ-Aktion Menschen in Not, klare Worte: „Ich danke allen, die sich eingebracht haben und denjenigen etwas abgeben möchten, die Hilfe benötigen.“ Er sei oftmals darauf angesprochen worden, dass es auch im Landkreis Ludwigsburg Leid und Unterstützungsbedarf gebe, dass auch vor Ort Menschen in Not geraten seien. „Diesen Menschen zu helfen, dieser Bitte kommen wir Dank der Spendengelder der BZ-Leser und -Leserinnen sehr gerne nach“, so der Vereinsvorsitzende.
Die auch in diesem Jahr überwältigende Spendensumme in Höhe von 134.773,36 Euro zeige wieder, dass die Weihnachtsaktion der BZ tief in der Gesellschaft verankert sei, „weil alle Beträge ohne Abstriche an die Adressaten übergeben werden und in unserer Berichterstattung jederzeit nachvollzogen werden kann, was mit den Spendengeldern gemacht wird“, resümierte Manfred Gläser.
Teil des Treffens im Verlagshaus ist auch, dass die Organisationen, die die Spendengelder empfangen, aus dem vergangenen Jahr berichten. So erzählte etwa Eva Teufel, die Leiterin der Jugendhilfe Hochdorf, vom Projekt „Miteinander ohne Gewalt“, das in diesem Schuljahr an der Sachsenheimer Kirbachschule läuft: „Wir haben mit dem Projekt begonnen, ohne die Finanzierung final geklärt zu haben. Es hat aber auch Dank der BZ-Aktion geklappt.“ Im Projekt geht es darum, Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren ein Angebot zu schaffen, um gegen mangelnde Impulskontrolle, wiederkehrende Regelverstöße und Arbeitsverweigerung anzugehen.
Und auch Christa Holtzhausen und Sabine Uhl vom Kinderschutzbund Ludwigsburg, der für den ganzen Landkreis zuständig ist, berichteten von verschiedenen Projekten, die Kindern in der Not beistehen. Etwa durch das telefonische Angebot, der „Nummer gegen Kummer“, unter der Kinder und Jugendliche kostenfrei anrufen und sich ihre Sorgen von der Seele reden können. Aber auch der „Sprach- und Spielkiste“, die in Flüchtlingsunterkünften im Kreis Sprachförderung leistet und damit Kitas und Schulen entlastet, und den Kindern kleine Glücksmomente geben möchte.
Die Spendengelder sind bitter nötig
Petra Tolksdorf berichtete vor allem vom Herzstück des Familienzentrums der Caritas in Bietigheim-Bissingen: der Sozialberatung. Gerade in Zeiten klammer Kassen sei es schwer, das Angebot aufrechtzuerhalten, weil es selbstfinanziert sei, „aber gerade jetzt brauchen die Menschen Hilfe.“ Es gebe große Ängste und Sorgen. Zum Teil gehe es um Energiearmut, es kämen Rentnerinnen mit einer Rente, die nicht einmal für die Miete reicht, oder um Hilfsbedürftigkeit beim Stellen von Anträgen. Auch Andrea Magenau von der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen berichtete von viel Leid und betonte: „Der Nothilfefond, der unter anderem durch die BZ-Aktion finanziell unterstützt wird, ermöglicht uns, die Menschen schnell und unbürokratisch zu unterstützen.“ Gerade vor Weihnachten kämen Menschen mit leeren Kühlschränken oder leeren Heizölspeichern – da sei schnelle Hilfe gefragt. „Die BZ-Aktion pflanzt Hoffnungsbäume, damit das Leben zurückkehren kann in eine karge Landschaft“, so Magenau.
Rolf Schnee vom Bietigheim-Bissinger Förderverein „Kusaida Afrika – Helfen in Afrika“, der sich in Tansania engagiert, berichtete von Erfolgen: „Das College in Tansania macht Fortschritte, die Schülerzahlen haben zugenommen.“
Michael Ellinger vom Vorstand der Freunde und Förderer des Krankenhauses Bietigheim sagte: „Anfangs hieß es: ‚Wir sind doch kein Kinderkrankenhaus. Wofür brauchen wir Klinikenclowns?’ Das höre ich mittlerweile nicht mehr.“ Zur Übergabe mitgekommen war auch Fabian Link, der die Anwesenden mit herzerweichenden Geschichten aus seinem Alltag als Klinikenclown zu begeistern wusste. „Ein Clown bringt Leichtigkeit in die Kommunikation, aber auch ein Stück von der realen Welt in den Klinikenalltag“, so Link, der als Clown Bruno heißt.
2024
- Diakonische Bezirksstelle Bietigheim
- Diakonische Bezirksstelle Vaihingen
- Familienzentrum der Caritas
- Familienbüro Bietigheim-Bissingen
- Sozialstation Sachsenheim
- Sozialstation Ingersheim
- Sozialstation Bönnigheim
- Ambulanter Hospizdienst Neckar-Stromberg e. V.
- Förderverein „Kusaida Afrika“
- Clowns-Projekt, Krankenhaus Bietigheim e.V..
Bereits zum 48. Mal findet in diesem Jahr die Weihnachtsaktion der Bietigheimer, Sachsenheimer und Bönnigheimer Zeitung statt. Und bereits zum 48. Mal zeigt sich in der überwältigenden Spendensumme von 122.107,22 Euro der Wunsch der BZ Leserinnen und Leser, anderen Menschen zu helfen und sich für den guten Zweck zu engagieren.
Menschen in Not helfen
„Ich danke allen, die sich eingebracht haben“, so Manfred Gläser, Vorsitzender der BZ-Aktion „Menschen in Not.“ Immer wieder werde von Unternehmen, die für den guten Zweck spenden, aber auch von den zahlreichen Einzelspendern der Wunsch geäußert, Menschen in Not zu helfen. „Dieser Bitte kommen wir sehr gerne nach“, so Manfred Gläser. Die Spendenbereitschaft, die auch 2024 an den rund 600 Einzelspendern und an der herausragenden Spendensumme Von 122.107,22 Euro abzulesen ist, habe ihren Grund darin, dass die BZ-Aktion tief in der Gesellschaft verankert sei. „Weil alle Beträge ohne Abstriche an die Adressaten übergeben werden und in unserer Berichterstattung jederzeit nachvollzogen werden kann, was mit den Spendengeldern gemacht wurde“, resümiert Manfred Gläser.
Eine schöne Tradition ist es, dass sich kurz vor Weihnachten die Vertreter der Institutionen und Organisationen der Spendenempfänger im Verlagshaus der BZ einfinden, um die Spendenschecks entgegenzunehmen. Aber auch, um von ihren Projekten zu berichten. So erzählte Felix Gratz, der Leiter der Diakonischen Bezirksstelle in Bietigheim-Bissingen, dass mit dem Spendenbetrag hauptsächlich Einzelfallhilfen geleistet würden. „Es geht dabei um ganz individuelle Probleme, etwa eine hohe Gasrechnung oder eine kaputte Waschmaschine.“ Durch Spendengelder, wie jene von der BZ-Aktion, könne schnelle und unbürokratische Hilfe geleistet werden, „die direkt ankommt“, so Gratz.
Ähnliches weiß auch Andrea Magenau, die Geschäftsführerin der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen, zu berichten. Die Bezirksstelle gibt es ebenso wie die BZ-Aktion bereits seit 48 Jahren. „Menschen laufen ins Leere, weil sie bei den überlasteten Ämtern niemanden erreichen.“ Auch wenn Anträge gestellt seien, sei die Bearbeitungszeit lang. In der Zwischenzeit könnten Rechnungen nicht bezahlt werden. „Mit dem Nothilfetopf können wir einspringen und auch mal einen Kühlschrank füllen“, so Magenau. Petra Tolksdorf vom Familienzentrum der Caritas in Bietigheim-Bissingen erzählt von Menschen, die Schicksalsschläge erleben und Hilfe brauchen – „ob um durch den Bürokratiedschungel zu kommen oder um Engpässe zu überbrücken.“ Für Menschen mit persönlichen Problemen setzen auch die in diesem Jahr von der BZ-Aktion bedachten Sozialstationen Sachsenheim, Bönnigheim, Ingersheim sowie das Familienbüro Bietigheim-Bissingen die Spendenbeträge ein.
Eigenverantwortungunterstützen
Es gehe um individuelle Unterstützung, aber auch darum, „die Eigenverantwortung zu unterstützen“, berichten Anna Herr und Laura Töpfer vom Familienbüro Bietigheim. Lothar Kämmle von der Sachsenheimer Sozialstation berichtet von Menschen mit einer geringen Rente. Heiner Müller von der Sozialstation Bönnigheim, Erligheim und Kirchheim möchte die kreisweit einzigartige Pflege-WG in Kirchheim finanziell unterstützen.
Ursula Heinerich, zweite stellvertretende Bürgermeisterin von Ingersheim, berichtet, dass die Sozialstation mit den Spendengeldern unter anderem Kinder fördern möchte, deren Eltern sich die Kernzeitbetreuung sonst nicht leisten könnten.
Im Dezember erst hat sich der Ambulante Hospizdienst Neckar- Stromberg gegründet. Der Verein will die Spendensumme dafür einsetzen, die ambulante Hospizarbeit in der Region aufzubauen und weiter zu leisten, so die Vorsitzende Anita Ereth. Rolf Schnee vom Förderverein „Kusaida Afrika“ berichtet von Menschen aus Tansania, denen durch Bildung und medizinische Versorgung geholfen wird.
Michael Ellinger aus dem Vorstand der Freunde und Förderer des Krankenhauses Bietigheim erzählt, dass die Clowns-Visiten durch die Spendengelder öfters stattfinden können. „Wissenschaftliche Studien zeigen eindeutig, dass Humor die Heilung fördern kann“, so Ellinger.
2023
- Diakonischen Bezirksstelle Bietigheim
- Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen
- Familienzentrum der Caritas
- Lebenshilfe Ludwigsburg
- Betreuungsverein Landkreiss LB
- Förderverein „Kusaidia Afrika“
- Clowns-Projekt
Bereits zum 47. Mal findet in diesem Jahr die Weihnachtsaktion der Bietigheimer, Sachsenheimer und Bönnigheimer Zeitung statt. Und bereits zum 47. Mal zeigt sich in der überwältigenden Spendensumme von 113 657,34 Euro der Wunsch der BZ-Leserinnen und Leser, anderen Menschen zu helfen und sich für den guten Zweck zu engagieren.
BZ-Aktion tief verankert
„Mein besonderer Dank gilt unseren Lesern, zeigt doch auch das diesjährige Ergebnis wieder, dass die Aktion bei unserer Leserschaft tief verankert ist, weil alle Beträge ohne Abstriche an die Adressaten übergeben werden und in unserer Berichterstattung jederzeit nachvollzogen werden kann, was mit den Spendengeldern gemacht wurde“, so Manfred Gläser, Vorsitzender der BZ-Aktion „Menschen in Not“. Bemerkenswert findet Manfred Gläser die große Gruppe von Dauerspendern, die sich jedes Jahr wieder dafür entscheidet, mitzumachen und zu spenden.
Die Summe, die sich ansammele, sei entscheidend. Und das sei ohne die vielen Einzelspenden, die sich zum stolzen Betrag von 113 657,34 Euro aufsummiert haben, nicht möglich. In diesem Jahr waren es 636 Einzelspender, die etwas an andere abgeben wollten, um den Weihnachtsgedanken aktiv zu leben.
„Die BZ-Aktion wirft Hoffnungslichter in so viele verschiedene Lebenssituationen“, sagt Andrea Magenau von der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen und erntet zustimmendes Nicken vonseiten aller Anwesenden. Denn auch in diesem Jahr haben sich Vertreter der Institutionen und Organisationen der Spendenempfänger im Verlagshaus der BZ eingefunden, um die Spendenschecks entgegenzunehmen. Aber auch, um sich auszutauschen und von ihren Projekten zu berichten.
So erzählt Petra Tolksdorf vom Caritas Familienbüro Bietigheim-Bissingen von der Arbeit, die dort getan wird. In diesem Jahr hat das Familienbüro 206 Klienten in der Allgemeinen Sozialberatung empfangen. In der Migrationsberatung für Erwachsene und Jugendliche waren es 80 Personen, 110 ukrainische Geflüchtete konnten am offenen Sprachkurs der Caritas teilnehmen und in der Schwangerenberatung konnte in 50 Fällen geholfen werden. 2023 wurden außerdem 490 Berechtigungsscheine für die Tafel vom Familienbüro ausgestellt. Auch Unterstützung bei Behördengängen gehört zum Alltag im Familienbüro. „Die Anfragen werden immer komplexer“, sagt Tolksdorf. Das Caritas-Team freue sich daher, dass es neben den sehr anspruchsvollen und schweren Themen auch das Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP) gebe sowie Yoga-Kurse für Familien und ähnlich Schönes.
Andrea Magenau von der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen freut sich über den Spendenbetrag, da dadurch unbürokratische Hilfe in Einzelfällen möglich sei, etwa wenn mit der Miete ausgeholfen werden müsse. „Ohne die Spenden aus der BZ-Aktion könnten wir nicht so schnell einspringen“, berichtet sie von großen bürokratischen Hürden. Durch die Spenden der BZ-Leser würden Handlungsspielräume geschaffen.
Kinder schon früh fördern
Martin Strecker von der Diakonischen Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen berichtet von einem Projekt, bei dem verborgene Talente gefördert werden. „Wir haben das Projekt seit Jahren aufgesetzt“, sagt er. Es gehe darum, Kinder und Jugendliche beim Sport, aber auch im künstlerischen Bereich zu fördern. Kinder, deren Familien sich die oftmals teure Ausstattung nicht leisten könnten. Das bestärke die Jugendlichen in der Persönlichkeitsentwicklung, schaffe Chancengleichheit und ermögliche es, Selbstvertrauen zu schöpfen, um in der Gesellschaft besser Fuß zu fassen.
Bernhard List, Vorstand der Lebenshilfe Ludwigsburg, freut sich über die Spendengelder aus der BZ-Aktion, die den Bewohnern und Bewohnerinnen der „Besonderen Lebensformen“ sowie der ambulanten Betreuung in Bietigheim-Bissingen eine bessere Wiedereinbindung in die Gesellschaft ermöglichen sollen. Durch Ausflüge sollen die Menschen mit einer geistigen Behinderung wieder aktiv am Leben teilnehmen. Die Isolation während der Corona-Zeit habe den Menschen ziemlich zugesetzt.
Martin Dengler, der Geschäftsführer des Betreuungsvereins für den Landkreis Ludwigsburg mit Sitz in Ludwigsburg, freut sich, mit den Spenden die derzeit rund 170 Ehrenamtlichen aus- und weiterbilden zu können. Diese stehen dann wiederum Hilfesuchenden bei rechtlichen Dingen bei. Allem voran gehe es um Generalvorsorgevollmachten, berichtet Dengler. „Diese unbürokratische Hilfe ohne viel Papierkram hilft wirklich sehr“, ist er voll des Dankes.
Den ländlichen Bereich stärken
Der Förderverein „Kusaida Afrika“ setzt sich seit 1998 für ein Krankenhausprojekt in Tansania ein. Seit 2014 gibt es dort ein Laboranten-College. Dieses Projekt soll die ärztliche Versorgung im ländlichen Bereich sichern, erklärt Vereinsvorsitzender Rolf Schnee.
Ein Lächeln auf die Gesichter der Senioren, die im Sachsenheimer Pflegeheim Sonnenfeld untergebracht sind, soll ein Clowns-Projekt zaubern. Die Clowns seien speziell auf Menschen mit Demenz hin geschult. „Das ist etwas ganz Besonderes, alles läuft über die Beziehungsebene“, sagt Heimleiterin Patricia O’Rourke.
2017
- Invitare Stiftung Mutter und Kind
- Evangelische Juhgendhilfe
- Familienbüro der Stadt Bietigheim
Die BZ-Aktion Menschen in Not ist in der Leserschaft der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung tief verwurzelt. Dies zeigt sich auch daran, dass nicht nur in der Vorweihnachtszeit zahlreiche Spenden eingehen, auch nach Abschluss der großen Spendenübergabe kurz vor Jahresende wird die BZ-Aktion von vielen Lesern berücksichtigt. So gehört es inzwischen zur guten Tradition, dass zu Beginn des zweiten Jahresquartals nochmals Spendengelder an sozial engagierte Organisationen weitergeleitet werden.
Im Mai 2017 konnte der Verein BZ-Aktion Menschen in Not mit Manfred Gläser an der Spitze an die Evangelische Jugendhilfe für den Landkreis Ludwigsburg 5000 Euro, an Invitare – Stiftung für Mutter und Kind – 5000 Euro und an das Familienbüro der Stadt Bietigheim-Bissingen 3000 Euro übergeben, um Menschen in besonders schwierigen Notlagen mit einer gezielten Einzelhilfe zu unterstützen.
Wie Elfriede Eisele von Invitare bei der Spendenübergabe im Verlag der BZ erklärte, liegt der Schwerpunkt der Stiftung für Mutter und Kind bei der Einzel-, Lebens- und Paarberatung. Ein wichtiges Angebot der gemeinnützigen und ausschließlich aus Spenden finanzierten Organisation sei die bereitgestellte Notunterkunft, in der zurzeit zwei Mütter mit ihren Kindern untergebracht sind. „Es ist wichtig, dass diese Mütter kurzfristig eine Bleibe finden“, erklärte Eisele. In der Regel können dort Mutter und Kind für sechs Monate wohnen, und sie erhalten dort auch wöchentlich ein Beratungsgespräch mit dem Ziel der „Hilfe zur Selbsthilfe“, auch bei Behördengängen. Der Bedarf an Wohnungen für eine Notunterkunft sei nach Auskunft von Eisele riesig, der aktuelle Wohnungsmarkt mache es aber unmöglich, weitere Unterkünfte anbieten zu können. „Täglich kommen viele Anfragen zu uns, und die sind teilweise heftig“, so die Mitarbeiterin von Invitare.
„Es ist schon eine Tradition, dass die BZ-Aktion im Raum Sachsenheim Projekte der Jugendhilfe begleitet“, sagte Andreas Walker, Kaufmännischer Vorstand der Evangelischen Jugendhilfe im Kreis Ludwigsburg. „Hilfeschreie“ aus der Lehrerschaft an Grundschulen, die „der steigenden Aggressivität in den zweiten und dritten Klassen nicht mehr Herr wurden“, so Walker, haben die Jugendhilfe dazu bewogen, mit 30 000 Euro in die Vorleistung zu gehen, um das Grundschulprojekt „Power macht schlauer“ an der Grundschule in Kleinsachsenheim und an der Kraichertschule zu starten.
„Power macht schlauer!“ ist ein Präventionsprojekt im schulischen Kontext zur Stärkung des Selbstbewusstseins und der Autonomie von Schülerinnen und Schülern (Empowerment) und zur Förderung von sozialen und emotionalen Kompetenzen. Es unterstützt die Entdeckung eigener Stärken, die Empathiefähigkeit und Impulskontrolle sowie den gewaltfreiem Umgang miteinander.
Oberbürgermeister Jürgen Kessing ließ es sich nicht nehmen, bei der kleinen Spendenübergabe die Arbeit der Spendenaktion der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung zu würdigen: „Die BZ-Aktion hat einen guten Ruf und ein Standing in der Bevölkerung. Nur dadurch kann über den langen Zeitraum von vier Jahrzehnten kontinuierlich so viel Geld gesammelt werden.“ In 40 Jahren spendeten die BZ-Leser rund 3,13 Millionen Euro.
Bei Menschen in Armutslagen gebe es viele Gesichtspunkte, erklärte Ellen Eichhorn-Wenz vom Caritas Familienzentrum in Bietigheim-Bissingen, es gehe nicht nur ums Geld, es gehe auch um Bildung und vor allem um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. „Es ist ein Anliegen von uns, dass Menschen, die über wenig Geld verfügen nicht vom Leben ausgeschlossen werden“, so Eichhorn-Wenz. Mit Blick auf die Flüchtlingsthematik sagte sie: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier im Land Menschen haben, die in Armut leben.“ Wenn man diese Menschen vergesse, dann sei „auch ein Stück politischer Sprengstoff vorhanden“.
Mit dem Neubau in Sachsenheim in Zusammenarbeit der Evangelischen Altenheimat will die Kirchliche Sozailstation Sachsenheim den Menschen ermöglichen, in der vertrauten Umgebung leben zu können, erklärte Geschäftsführer Lothar Kämmle. In den vergangenen sechs Jahren habe sich die betreute Patientenzahl verdoppelt, so dass eine Vergrößerung der Sozialstation auf eine Fläche von etwa 350 Quadratmeter nötig ist. „Die Sozialstation ist seit 20 Jahren in den inzwischen sehr beengten Räumen“, ergänzte Pfarrer Dieter Hofmann. Das neue Pflegegesetz regle künftig, dass eine ambulante vor einer stationären Betreuung stehe. Dabei helfen die Spendengelder aus der BZ-Aktion auch den Einsatz der Mitarbeiter der Kirchlichen Sozialstation in der Flächenstadt Sachsenheim zu finanzieren, da das weitläufige Einsatzgebiet zwangsläufig zu einem jährlichen Abmangel führe.
„Wir helfen auch vor Ort, damit diese Menschen nicht als Flüchtlinge zu uns kommen“, sagt Rolf Schnee, Vorsitzender des seit 1998 bestehenden Fördervereins des Krankenhausprojekts in Tansania. Er konnte von einem Erfolgsprojekt berichten: Seit 2014 gibt es dort die staatliche Zulassung für ein Laboranten-College. Mit guten Resultaten haben in diesem Jahr die ersten Absolventen ihre Ausbildung abgeschlossen. „Alle haben eine Anstellung, man sieht der Bedarf ist da“, so Schnee. Allerdings seien nun die staatlichen Zugangsvoraussetzung in Physik und Mathematik für die Bewerber erhöht worden. Dies bedeute, dass von 270 Bewerbern gerade noch 20 diese erfüllen. „Das bedeutet natürlich ein Finanzierungsproblem für das Praktikaten-College“, so Rolf Schnee, der die Spenden aus der BZ-Aktion dafür verwenden will.
2016
- Kirchliche Sozialstation Sachsenheim
- Diakonische Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen
- Diakonische Bezirksstelle Vaihingen
- Caritas-Familienzentrum Bietigheim-Bissingen
- Krankenjaisprojekt Kusaidia/Afrika
Die Solidarität ist mehr denn je gefordert“, betonte Manfred Gläser, Vorsitzender der BZ-Aktion Menschen in Not, bei der traditionellen Übergabe der Spendengelder an die Empfänger kurz vor Weihnachten. Und die Solidarität der Leser der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung war auch bei der 40. Weihnachtsaktion ungebrochen: Mehr als 600 Einzelspender legten 102 224 Euro in den Spendentopf.
Die Mitglieder des Vereins BZ-Aktion Menschen in Not haben in diesem Jahr die evangelische Kirchengemeinde Großsachsenheim ausgewählt. Die kirchliche Sozialstation erhält 30 000 Euro für die Einrichtungen und einen Demenzgarten im Neubau des Seniorenzentrums in Großsachsenheim.
Wie in den Vorjahren gehen jeweils 20 000 Euro der Spendengelder an die die Diakonische Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen, an die Diakonische Bezirksstelle Vaihingen und an das Familienzentrum der Caritas in Bietigheim-Bissingen. Das Tansania Krankenhausprojekt Kusaidia/Derada wird mit 7500 Euro unterstützt.
„Man merkt zunehmend, dass sich die Welten in der Gesellschaft zunehmend auseinander bewegen“, sagte Michael Marek, Geschäftsführer der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen. Eine Kluft entstehe gerade für ältere Menschen, und „Altersarmut bedeutet für viele, dass sie bis zu ihrem Tod auf dieses Niveau festgelegt sind“. Dies führe zu persönlichen Zukunftsängsten, gerade auch bei den Älteren. Die traditionelle Spendenübergabe der BZ kurz vor Weihnachten ist für Marek „der schönste Tag im Jahr“, weil diese finanzielle Unterstützung die Grundlage dafür sei, was man im kommenden Jahr leisten könne.
„Es erleben vielen Menschen, die im Verlauf des Jahres bei der Beratung bei uns sind durch die Spenden aus der BZ-Aktion den schönsten Tag im Jahr“, nahm Diakon und Sozialpädagoge Rainer Bauer als Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen das Bild seines Kollegen auf. In seiner Statistik der Sozialberatung berichtete er von 594 Gesprächen, bei denen 269 Mal „Geld über den Tisch ging“. 201 Schicksale betreute die Bezirksstelle 2016, davon waren 43 Prozent arbeitslos und zwölf Prozent verrentet. „Wir wollen aber auch verstärkt die Kinder in der Blick nehmen“, sagte Bauer und nannte beispielhaft die „Aktion Schulstart“ bei der 2016 in den fünf Bezirksstellen des Landkreises 316 Schulranzen an 198 Familien verteilt wurden.
