BZ-Aktion Menschen in Not
Wenn aus „Nichts geht mehr“ ein „Es geht weiter“ wird
Katharina Fröhlich von der Sozial- und Lebensberatung der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen im Gespräch mit einer Klientin. Symbolbild: Diakonische Bezirksstelle Vaihingen
Andrea Magenau, Geschäftsführerin für Sozial- und Lebensberatung bei der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen, zeigt auf, wie Spendengelder der BZ-Aktion helfen können.
Wenn aus Alltag plötzlich Krise wird, zählt schnelle Hilfe. Nicht jede Not kündigt sich an. Manchmal genügt eine hohe Nachzahlungsrechnung, eine Krankheit, eine Trennung oder ein Todesfall – und ein Leben gerät ins Wanken. Dann braucht es Unterstützung, die nicht erst nach Wochen wirkt, sondern genau in diesem Moment greift. „Mit den Spendenmitteln aus der BZ-Aktion können wir Menschen in akuten Krisenlagen direkt helfen – unbürokratisch, diskret und dort, wo staatliche Leistungen noch nicht greifen oder erst verspätet bewilligt werden“, sagt Andrea Magenau, Geschäftsführerin für Sozial- und Lebensberatung bei der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen und weiter: „Häufig überbrücken wir genau diese Phase: die Tage und Wochen zwischen Antragstellung und Bewilligung. So verhindern wir, dass aus einer Krise ein Absturz wird.“ Auch in diesem Jahr geht ein Teil der Spendengelder aus der BZ-Aktion Menschen in Not an die Diakonische Bezirksstelle Vaihingen. Was vor Ort mit diesem Geld gemacht wird, berichtet Andrea Magenau anhand von drei Fallbeispielen.
Energiekrise und Existenzangst
Die 32-jährige Frau S. hat zwei Kinder, ist frisch geschieden und arbeitet in Teilzeit. Im Trennungsdurcheinander sind Mietschulden entstanden. Sie steht kurz davor, aus der Wohnung geworfen zu werden, als sie den Beschluss fasst, sich Hilfe zu suchen und zur Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen geht. Sie ist erschöpf davon, ständig zu kämpfen und sie ist beschämt.
Jetzt ist schnelle Hilfe gefragt: Die Diakonische Bezirksstelle übernimmt eine Monatsmiete, was den Vermieter besänftigt und Perspektiven schafft. Einkaufsgutscheine überbrücken die Woche, die Beratung klärt Ansprüche, eine Haushaltsberatung hilft bei der Neuordnung. Und nicht zuletzt sichern Schulsachen und Sportkleidung den Kindern Teilhabe trotz knapper Mittel. „Ohne diese Unterstützung wäre die Wohnung gekündigt worden – zwei Kinder hätten neben der Trennung der Eltern auch noch den Verlust ihrer vertrauten Umgebung verkraften müssen“, resümiert Magenau.
Wärme oder Essen?
Der 72-jährige Herr K. hat sein ganzes Leben lang gearbeitet. Viele Jahre war er selbstständig. Er war zuverlässig, fleißig und bodenständig. Doch wie so oft bedeutet Selbstständigkeit im Alter eine kleine Rente. Nun ist er verwitwet, hat keine Angehörigen und das Geld ist knapp. Der Winter naht, der Öltank ist fast leer, zwei Pullover ersetzen die Heizung.
Die Diakonische Bezirksstelle Vaihingen kann dem Mann helfen. Sie ermöglicht ihm eine Heizöllieferung noch vor Weihnachten, Lebensmittelgutscheine füllen den Kühlschrank, die Beratung zeigt Ansprüche auf und die Stelle unterstützt auch gleich bei der Antragstellung. „Ohne Hilfe hätte er im Kalten gesessen – allein, erschöpft, zunehmend hoffnungslos“, so Magenau.
Trauer und Stillstand
Der plötzliche Tod der Mutter reißt der 34-jährigen Lara T. den Boden unter den Füßen weg. Plötzlich geht gefühlt nichts mehr. Sie ist nicht mehr belastbar, die Konzentration leidet, Konflikte entstehen am Arbeitsplatz. Das Resultat ist Schlaflosigkeit, es folgt die Krankmeldung. Das Krankengeld steht aus, die Rechnungen bleiben offen, Mahnungen erhöhen den Druck auf die Frau.
Sie sucht sich Hilfe bei der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen und bekommt sie dort. Die Beratung klärt über Ansprüche auf, es erfolgt eine Vermittlung an eine Tagesstätte mit psychosozialer Beratung. Die Frau bekommt Informationen und Zugang zu Trauerangeboten im Landkreis Ludwigsburg sowie Unterstützung beim Rehaantrag. Es entstehen Schritt für Schritt wieder Perspektiven. „Ohne Förderung wäre die Krise eskaliert – sie hätte sich verloren zwischen Trauer, Überlastung und Zukunftsangst“, sagt Magenau.
Jeder braucht irgendwann Hilfe
„Viele Menschen, die zu uns kommen, kämpfen leise. Oft sind es keine großen Nothilfesummen, aber sie entscheiden über Entlastung, über ein erhaltenes Zuhause, über ein warmes Wohnzimmer, über volle Vesperboxen am Morgen. Und über das Gefühl: ‚Ich bin nicht allein in meiner Not’“, so die Geschäftsführerin für Sozial- und Lebensberatung. Jeder Mensch brauche irgendwann Hilfe. Die Diakonische Bezirksstelle halte genau dafür die Türen offen – mit Beratung, Krisenbegleitung, Stabilisierung und im Notfall mit finanzieller Unterstützung. „Viele Hilfsangebote unter einem Dach decken viele Problemlagen ab – nah, wirksam, nachhaltig. Damit aus ‚Nichts geht mehr’ ein ‚Es geht weiter’ werden kann“, sagt Magenau und weiter: „Wir danken allen Leserinnen und Lesern, die sich an der BZ-Aktion beteiligen und damit ermöglichen, dass wir Menschen in Not schnell unterstützen können. Sie schenken damit Hoffnung, Sicherheit und Zuversicht. Jede Spende bleibt vor Ort – und verändert Leben unmittelbar.“ hef/bz
Das Spendenkonto bei der Kreissparkasse Ludwigsburg lautet:
DE 82 6045 0050 0007 0300 04
