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BZ-Aktion Menschen in Not
In Tansania tut sich was

Foto: Kusaida Afrika

Im Skill Room des College of Health Science: Esther Alpha, Festo Chiza (Principal des Kollegs) und Dietmar Peetz. Foto: Kusaida Afrika
Eine Delegation des Vereins „Kusaida Afrika“ war vor Ort. Die Mitglieder besuchten unter anderem das College of Health Science in Bashanet.
Vom gemeinnützigen Verein „Kusaidia Afrika“ waren die Mitglieder Angelika Betzenhammer, Esther Alpha und Dietmar Peetz nach Tansania gereist, um den Fortgang der geförderten Projekte in Augenschein zu nehmen und Gespräche mit den Verantwortlichen vor Ort zu führen. Dabei geht es laut einer Mitteilung des Vereins um Projekte im Bildungs- und Gesundheitsbereich sowie um ein Programm, bei dem bedürftige und fähige Schüler und Studenten in der Sekundar- und Berufsausbildung mit Schulgeld unterstützt werden.
Anschubfinanzierung für Studiengang
Das Schwerpunktprojekt ist das Bishop Nicodemus Hhando College of Health Science in Bashanet. Es bietet eine Ausbildung für medizinische Laboranten und im Studiengang Clinical Medicine die Ausbildung von sogenannten „Clinical Officers“ an, die vor allem die medizinische Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Bereich sicherstellen sollen. Im Herbst 2023 erhielt das Kolleg die staatliche Zulassung für den Betrieb des Studienganges Clinical Medicine. Im Oktober 2025 startete der dritte Jahrgang mit 35 jungen Menschen. Kusaidia Afrika leistete die Anschubfinanzierung zur Einrichtung dieses dreijährigen Diplom-Studienganges.
Der Verein konnte dank der Spende aus dem Erlös von Kunstauktionen und auch mit Zuwendungen aus der BZ-Aktion Menschen in Not Mittel für den Bau eines Laborgebäudes, von Hörsälen und Ausstattungen, zum Beispiel Laptops, bereitstellen.
Der neue Studiengang erforderte auch höhere Qualifikationen der Lehrer. In einer Kooperation mit dem benachbarten Krankenhaus in Bashanet wurde mit Hilfe von Kusaidia Afrika ein Spezialist für Gynäkologie und Geburtshilfe engagiert, der pro Monat für fünf Tage im Krankenhaus tätig ist und weitere fünf Tage im Kolleg unterrichtet. Die Delegation besichtigte auch den neuen Unterrichtsraum für die Anatomie. Der neue Schulleiter Festo Chiza und sein Team zeigten laut der Mitteilung ein hohes Engagement und hoffen, dass sich die Studentenzahlen weiter positiv entwickeln.
Nach wie vor leide das Kolleg allerdings unter dem Mangel von Mitteln für wichtige Weiterentwicklungen, stellte die Delegation fest: höhere Qualifizierung des Lehrpersonals, die Einfriedung des Kolleggeländes und die Verbesserung der Wasserversorgung, um nur einige zu nennen. Auch in Tansania macht sich der Klimawandel bemerkbar: Die Niederschläge gehen am ostafrikanischen Graben in der Gegend von Mbulu zurück, so dass man an neue Brunnenbohrungen denken muss.
Ein besonderes Augenmerk der Delegation lag auf der Situation der Förderung von Schülern im „Student Support Program“ von Kusaidia Afrika, weil alle drei in ihrem Beruf Lehrer waren oder sind. Der Besuch der Primarschulen ist in Tansania kostenlos, aber für die Fortsetzung der Ausbildung in Sekundar- oder Berufsschulen fallen Schulgebühren an. Kusaidia Afrika unterstützt besonders begabte Jugendliche, deren Familien das Schulgeld nicht aufbringen können.
Drei Jugendliche aus diesem Förderprogramm standen der Delegation Rede und Antwort: Kevin, 18 Jahre alt, 11. Klasse, möchte gerne Bauingenieur werden; Ramona, 16 Jahre, 10. Klasse, hat sich für das Fach Geschichte entschieden. Emerciana, 27 Jahre alt und fünf Jahre gefördert, hat schon einen Abschluss im Fach Chemie und möchte ihr Studium an einer Universität fortführen. Die jungen Leute zeigten sich sehr dankbar für die finanzielle Hilfe, die ihnen den Schul- beziehungsweise Hochschulbesuch ermöglichte, heißt es in der Mitteilung.
Klassenzimmer renoviert und Toiletten gebaut
Neben den staatlichen Schulen betreibt die römisch-katholische Diözese Mbulu auch private, weiterführende Schulen. So wurden auch zwei Sekundarschulen besucht, die als Internate geführt werden müssen, da die Schülerinnen zum Teil von weit herkommen und ein effektives Transportsystem aufgrund der Straßenverhältnisse unmöglich ist. Der Verein Kusaidia Afrika förderte in der Imboru Secondary School in Mbulu die Renovierung von Klassenzimmern und in der Madunga Mädchen-Secondary School den Bau von Toiletten.
Besonders wertvoll in Tansania ist die Ausbildung an einer Berufsschule beispielsweise im Bereich Schreinerei, Holz- und Metallverarbeitung, Autoreparatur und Hauswirtschaft/Hotellerie. Da es wenige Stellen bei Firmen/Fabriken gibt, können die Absolventen mit den erworbenen Qualifikationen als Selbstständige auch im informellen Sektor arbeiten.
Trotz ungünstiger Bedingungen Beachtliches geleistet
Die Delegation besuchte auch die Berufsschule in Dareda und wurde von einem jungen Lehrerkollegium empfangen, die Schüler waren am Samstagnachmittag schon im Wochenende. Bewundert wurden die stabilen und schönen Schulmöbel, die die Schüler selbst hergestellt hatten. Das Holz und die Metallrohre hatte Kusaidia Afrika bezahlt.
Die Gäste wurden auf ihrer Reise von Bischof Antony und seinen Mitarbeitern begleitet. Sie erhielten einen umfassenden Einblick in die von Kusaidia Afrika finanzierten Projekte. Sie hätten Menschen getroffen, die in den Einrichtungen trotz ungünstiger Bedingungen Beachtliches leisteten, so das Fazit der Delegation aus Bietigheim-Bissingen. bz